Sonntag, 2. April 2017

Stolpersteine für den Frieden in Kolumbien


Der Frieden in Kolumbien kollidiert voller Wucht mit der  Bürokratie und der Doktrin vom „äußeren Feind“

Julian Cortés
2. April 2017
Aus dem Französischen: Einar Schlereth

Vorbereitung auf den Frieden?
Seit Unterzeichnung der Abkommen, in denen sich die Regierung und die FARC Guerilla geeinigt haben, sind 20 Bauernführer von dunklen Kräften, die mit den Paramilitärs verbunden sind, ermordet worden. In dieser Zeit haben sich die Guerilleros auf den Frieden vorbereitet. „Das ist schwer gewesen,“ erzählt ein Guerillero und bestätigt entschieden: „Der Staat erfüllt nicht seine Pflicht.“

Um die Zone der ‚Vorläufigen Wiedereingliederung zur Normalisierung‘ Icononzo im Norden des Départements Tolima zu erreichen, muss man drei Stunden von Bogota aus rechnen. Dort befindet sich eine Gruppe von Guerilleros unter dem Kommando von Carlos Antonio Lozada, ex-Kommandant der städtischen Front und Antonio Narino, gegenwärtig Mitglied des Sekretariats der FARC-EP.
Als wir in La Fila ankommen, wo die Aufständischen versammelt sind, die das tun, was das Abkommen als Vorbedingung vorsieht; es kommen Bauern-Delegationen, Jugendliche aus umliegenden Schulen, Leute aus verschiedenen Orten der Region von Cundinamarca und benachbarten Departements, um über den Frieden zu reden.
Provisorische Unterkünfte der Guerilla

Eine Gruppe junger Guerilleros ohne Waffen, begleitet von Isabella San Roque, servieren den Besuchern schwarzen Kaffee unter einem Zeltschutz, den sie selbst aufgestellt haben, mit einigen Betten für jene, die die Nacht dort verbringen wollen. Die junge Kommandantin und ihre Organisations-Gruppe empfangen verschiedene Delegationen, um „Friedenspädagogie“ zu betreiben, wie sie es nennen. Dieses Empfangslager ist offen für alle, die sie besuchen wollen. Nicht weit davon entfernt verbringen Guerilleros, noch mit ihren Waffen, die Nacht und bereiten sich auf den Frieden vor.

„Das ist schwer gewesen,“ erzählt ein Guerillero und bestätigt entschieden: „Der Staat erfüllt nicht seine Pflicht.“
Das ist offensichtlich, denn fast zwei Monate nach Beginn der Etappe der Umverlegung der Guerilleros in die Zonen ‚veredales‘ (von Minen gesäuberten), wo sie auf das zivile Leben vorbereitet werden und die im ganzen Land eingerichtet wurden, hat die Regierung immer noch nicht damit begonnen.

Mitglieder der Delegation
Während die Guerilla-Experten für Bau und Entwicklung ihrer eigenen Strukturen - ihre Bivouacs - wie im Krieg fertig haben, scheint die Regierung noch in der Vorbereitungsphase zu sein und Pläne mit Architekten zu diskutieren, die noch nie im Leben einen Fuß in ein Guerilla – Lager gesetzt haben und Null Ahnung von deren materiellen und humanitären Bedürfnissen haben.

Daher spekulieren die Guerilleros schon, dass man sie wohl in Wohnungen von 4 X 4 m stecken will, wo sie doch an den endlosen Raum in der Sierra gewohnt sind. Als wollten sie Gefängniszellen in die Berge transportieren, nachdem es ihnen nicht gelungen ist, die älteste Guerilla des Kontinents militärisch zu besiegen. Außerdem gab es auch einen Kampf mit der Bürokratie, dass die Funktionäre begreifen, dass nach 50 Jahren Kampf, wo die Guerilleros meist in provisorischen Lagern schliefen, sie jetzt im Frieden wenigsten eine einfache Matratze haben wollen.

Der Zugang zum Lager stößt auch auf die Untätigkeit der Funktionäre, die oft gewohnt sind, Terroristen zu sehen, wo die Guerilleros im Übergang zum legalen politischen Leben sind. Das ist die alte Gewohnheit, in allen, die sich versammeln, Rebellen zu sehen; und die steckt auch noch in den Soldaten und Polizisten.

Dadurch ist eine Delegation von holländischen und kolumbianischen Studenten und von Bauernführern aus verschiedenen Regionen, die das Lager besuchten im Rahmen der Schaffung eines Studiennetzes, um die Integrale Reform der Landwirtschaft umzusetzen, zu dem auch dieser Autor gehört, gestoppt worden ist auf Grund der alten Doktrin „vom äußeren Feind“, die noch in den Köpfen der Armee-Offiziere steckt.

Als wir auf dem Weg waren, wurden wir von einer Gruppe Polizisten angehalten, verhört und die Identität der verschiedenen Mitglieder der Delegation wurde festgestellt, während ein Mann in Zivil Fotos machte und mit seinem Handy alle filmte, die uns begleiteten. Als seine Anwesenheit bemerkt wurde, hat eine Gruppe von kolumbianischen Forschern ihn angesprochen und haben ihren Widerspruch gegen die Registrierung eingelegt, weil in einem Land, wo immer noch ein Konflikt herrscht und rechte Kräfte immer noch soziale Führer ermorden, können Bilder benutzt werden, um Leute verschwinden zu lassen oder zu ermorden.

Auf den Druck der Delegation hin, gestand das Individuum, dass er dem Nachrichtendienst der Armee angehöre. Die Reaktion der UNO-Delegierten entsprach nicht dem, was man hätte erwarten können.

Sie bemühten sich, den Vorfall zu verniedlichen, vielleicht, weil sie nichts von der blutigen Vergangenheit des Landes und der Behandlung sozialer Bewegungen wussten. Ich wage nicht, mir vorzustellen, was passiert wäre, wenn dieselben Delegierten von einer Gruppe Guerilleros gestoppt, befragt und fotografiert worden wären.

Daher scheinen die Herausforderungen für die Umsetzung des Friedensvertrags nicht nur materieller und logistischer Art zu sein. Die Armee fährt fort, die zivile Bevölkerung zu überwachen wie in den Zeiten des Krieges. Das war vorherzusehen.

Die FARC-EP hat noch nicht ihre Waffen niedergelegt und die Armee könnte eine mögliche Konspiration seitens der Guerilla befürchten; dennoch kann man nicht rechtfertigen, dass Zivilisten überwacht werden wie zur Zeit der „demokratischen Sicherheit“ von Alvaro Uribe, als hunderte Personen insgeheim beiseitegeschafft oder eingelocht wurden, oft aus dem einzigen Grund, weil sie in einer Zone des Konflikts wohnten; und noch viel weniger kann man rechtfertigen, das zwanzig Bauernführer durch dunkle Kräfte ermordet werden, die mit den Paramilitärs verbunden sind, gleich nach Unterzeichnung des Friedensabkommens.


Quelle - källa - source


Kommentare:

  1. Excellent post! I must thank you for this informative read. I hope you will post again soon. Warehousing of merchandise....
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  2. Kolumbien wird doch derzeit - nachdem Brasilien + Argentinien vom Pentagon + CIA wiedermals "zurückerobert" wurde - ebenfalls wieder gekapert.

    http://www.anderweltonline.com/politik/politik-2017/die-neue-weltordnung-30-die-rueckeroberung-suedamerikas/

    Daran kann auch ein Mr. Trump nix ändern, sofern "die" das ihm überhaupt erzählen.

    Der Militärisch-Industrielle-Chemisch-Finanzielle Komplex schert sich einen Dreck darum, wer im Inland grad Präsident ist.

    # Auch unter Eisenhower liefen weltweit Kriege + Militär-Interventionen.
    # Auch unter John F. Kennedy lief der Vietnam-Krieg.
    # ...
    # FriedensPopel-Preisträger O-bomba kannste grad vergessen,

    # leider wird D. Trump und seine ganze Familie dermaßen mit innenpolitischen Boulevarde-Dreck beworfen, daß er vielleicht seine ursprünglichen Ziele etwas aus den Augen verliert.

    Große Teile des US-Kongress und die gesamte Medienwelt (Presse, Rundfunk, Fernsehen, Kino, ..) sind in extrem-zionistischen (nicht-jüdischen) Händen.
    Diese §ch€!ße schwappt übern großen Teich (Atlantikbrücke) und kontaminiert die ganze Welt.

    Irgendwann hab ich mal gelesen, es wurden ca. 650 pro-westliche "Nicht-Regierungs-Organisationen" innerhalb der Russischen Förderation gezählt.

    W. Putin hat diese Zahl später auch mal in einem Interview gegenüber einem westlichen Mainstreem-Fuzzi (Klaus Kleber und Co.) bestätigt.

    Andere Quellen schrieben neulich von 1700 solcher Dienste.

    Was machen die da alle? Sicher nicht nur Propaganda, dreckige Geschäfte, Unterwanderung, Unterstützung + Aufbau solcher Agenzengruppen wie Purry Riots, (Vonja) Nawalny, ...

    Sondern aicher auch extra-dreckige Geschäfte + Schweinekram!
    Russische Frauen zu Prosituierten machen und Nacktfotos + Bildchen knippsen?
    (was zweifellos auch eine miese Sache ist und mit US-Geld die einfachen naiven Menschen besticht und ihnen völlig falsche Perspektiven signalisiert)

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  3. Ja, diese sogenannten NGOs gibt es noch, aber sie müssen alle ihre Geldquellen offenlegen. Das haben die Chinesen jetzt endlich auch gemacht. Dort sind die Menschen noch viel viel stärker gebrainwasht als in Russland. Die Russen haben unter Jelzin Erfahrungen gesammelt.

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