Montag, 31. Oktober 2011

Saif Al Islam: Wir haben uns nicht ergeben und wir werden weitermachen



Brief vom 31. Oktober 2011


In seinem zweiten Brief schreibt Saif Al Islam:
„Wir haben uns nicht ergeben und wir machen weiter und ihr werdet noch viel von uns hören.“

Laut Seven Days News, hat Saif Al Islam Gaddafi, nach all den Gerüchten von seiner Übergabe an den Internationalen Gerichtshof, in einem Brief an die Agentur diese Gerüchte verneint.


Saif Al Islam sagte: „Manche Leute glauben, dass wir gefangen wurden, während andere sagen, dass Bruder Abdallah Sanousi nicht in Libyen sei.“
Saif Al Islam schrieb, dass er nicht seinen Vater verraten könnte, der sich nie dem Feind ergab und nie Omar Mukhtar [Führer des großen Freiheitskampfes gegen die italienischen Besatzer - D. Ü.] verriet, die immer wiederholte: „Wir geben niemals auf ... Wir gewinnen oder wir sterben.“


Saif Al Islam wiederholte, dass der Medienkrieg sehr heftig ist, um ehrenwerte Libyer zu betrügen und Zweifel in ihnen zu säen, und bat sie, zwei Monate lang Geduld zu haben, bis die Krise nachgelassen habe.

Er fügte hinzu: „Das Ausmaß dessen, was in Libyen geschehen ist, der Verrat und der Schock haben Libyer verleitet, Gerüchten zu glauben, aber wir sagen zu all jenen, die Muammar Gaddafi liebten und immer treu sind, und den Millionen, die zu denen gehören, die im Namen von 'Demokratie' schikaniert und unterdrückt werden – wir sagen ihnen, dass sie in den libyschen Widerstand Vertrauen haben sollen. Der TNC kann nicht aufhören zu lügen – mal ist Gaddafi ausgerissen und mal hat er um seine Übergabe verhandelt – aber jetzt kennen alle deren Spiel.“

Er fügte hinzu: „Sie verweigerten Libyen eine Zukunft auf Basis von Einheit und Liebe, und sie wollten, dass das morgige Libyen auf Opfern und der Jagd auf Verräter basiere – nun gut, wir sind bereit.“

Abschließend sagte Saif Al Islam in seiner Botschaft an seine Anhänger: „Als der libysche Führer Muammar Gaddafi euch sagte, mit dem Widerstand fortzufahren, auch wenn ihr nicht mehr seine Stimme hört, hatte er beschlossen, in Sirte heldenhaft und mutig Widerstand zu leisten, aber er konnte nicht sprechen wegen des Blackouts von Strom und Telekommunikation.
Was mich angeht, ich werde weiter Widerstand leisten und ihr werdet noch viel von mir hören, insha'Allah“.

„Wir werden beenden, was Omar Mukhtar und Muammar Gaddafi begannen; der libysche Widerstand ist in ausgezeichneter Form und das Libyen von morgen wird uns gehören und Allahu Akbar!“

Eine kurze Zusammenfassung der Lage in Libyen -



während die NATO  um Mitternacht ihren Sieg feiern wird.

Wie der untenstehende Lagebericht deutlich macht, kann weder von 'Befreiung' noch von Sieg oder vom Ende des Krieges gesprochen werden. Das größte Problem für den TNC, seine Komplizen und die NATO dürfte sein, die diversen islamischen Fundamentalisten unter Kontrolle zu bringen. Das wird Mord und Totschlag geben und sicherlich nicht ohne die westlichen Mörderbanden, Spezialeinheiten genannt, abgehen.
Außerdem steht fest, dass die Wut des libyschen Volkes maßlos ist, jetzt nach all den furchtbaren Gemetzeln - die ja immer noch weitergehen - haben sich die 'Rebellen' das bisschen Sympathie, was sie vielleicht bei diesem oder jenem genossen, gründlichst verscherzt., Und diese Menschen wissen jetzt alle, worum es geht. Sie sollen aller ihrer früheren Rechte und Freiheiten, ihres friedlichen und wohlhabenden Lebens verlustig gehen, was am härtesten die Frauen treffen wird. Dieses Lumpengesindel wird also das ganze Volk gegen sich haben, als erbitterte Feinde, die um ihre Freiheit und ihr Vaterland kämpfen werden.
Libyen wird sich also - vielleicht über Jahre - in einen Hexenkessel verwandeln, in dem am Ende jene schmoren werden, die diese Suppe angerührt haben. Nun ja, wenigstens diese Vaterlandsverräter, gesinnungslosen Lumpen, Faschisten und Rassisten, aber leider nicht ihre Hintermänner, die in den obersten Etagen der NATO, UNO und den Regierungen der imperialistisch/kolonialistischen Mächte sitzen.

aus LIBYA S.O.S. vom 30. Oktober 2011


Tripolis – Im Morgengrauen haben der Widerstand der Patrioten den TNC- Chef der Waffenlieferungen für die Milizen entführt.
Ghate – Diese Stadt im Süden Libyens ist nicht mehr unter der Kontrolle der Rebellen.
Sirte – Weitere Leichen von Libyern gefunden.
Bani Walid – Die Widerstandskämpfer des Stammes der Warfala griffen die Rebellen in Bani Walid an. Sie erbeuteten Dutzende bewaffnete Pickups und Munition. 15 Rebellen wurden getötet.
Misrata – Die Banditen haben, einen Tag vor der Entscheidung des Sicherheitsrates, die militärischen Operationen der NATO in Libyen einzustellen, sich kategorisch geweigert, ihre Waffen dem NTC Verteidigungsministerium auszuhändigen, ohne spezielle Privilegien und Garantien erhalten zu haben. Dies wurde von einem Rebellenkommandeur in einem Interview mit dem BBC bestätigt.
In demselben Kontext hat der Vorsitzende des Militärrates von Tripolis Abdellah El Nakar den Misrata Rebellen gedroht, dass dies Folgen haben könne, insbesondere für Soldaten der Armee, die zu den El Libya Rebels Misrata stießen. Er klagte sie in einem Interview mit Russia Today an, eine politische Partei wie die Hisbollah gründen zu wollen.
Laut France24 bat der NTC die NATO, ihre Mission bis zum Ende des Jahres zu verlängern, um die Rebellenbattaillone zu bekämpfen, die er nicht unter Kontrolle habe.
Alle Fundamentalisten – ob Al Qaida, Salafisten oder Shiiten - die eine Stadt halten, wollen in Derna, Bengazi, Misrata unabhängige Republiken gründen. Manche haben den Touareg und den Leuten im Süden einen Waffenstillstand angeboten, was auf taube Ohren stieß.
Jetzt wollen die Misrata-Brigaden Tripolis angreifen, was die Lage noch verschlimmern wird.
Tawerga – Misrata-Brigaden haben Tawerga völlig niedergebrannt, um zu verhindern, dass die Bewohner zurückkehren.
Misrata Brigaden, Belhaj und Salabi Al Quaida Brigaden haben erklärt, dass sie keine Wahlen wünschen und nicht daran teilnehmen werden.
Libya NTC Nachrichten – Der NTC hat in den Straßen und an Hospitälern Spendenbüchsen aufgehängt, weil die Rebellen kein Geld für die verwundeten Rebellen haben. Wohin sind die Milliarden geflossen, die ihnen bezahlt worden sind?
In Libyen herrscht Hunger, während die NATO bombardiert. Die NATO spürt auch alle Telefongespräche von Libyern ins Ausland auf und trägt die Empfänger in Listen ein. Früher oder später werden diese Leute von Rebellen angegriffen oder die NATO schickt Drohnen.
Tripolis – Anrufe aus Tripolis erklären die Situation: Schusswechsel in der ganzen Stadt, zwischen Rebellengruppen und mit dem Grünen Widerstand. Es gibt ausländische Truppen in Zivil und Uniform, aber hauptsächlich in der Nähe des Hafens.
Es gibt keine Nahrung, kein Geld. Die Leute werden ausgeraubt, Frauen vergewaltigt. Es gibt kein Gesetz mehr in Tripolis. Die Kinder gehen nicht mehr in die Schule. Das Leben ist chaotisch und die Rebellen schießen andauernd in die Luft.
In den meisten Nächten kann man nicht schlafen. Die Zusammenstöße hören nicht auf. Es gibt viele US-Soldaten in Tripolis.
Lieber Gott, was können wir sagen …
Die Gräber der Mutter von Oberst Gaddafi, die seines Onkels und zwei weiterer Familienmitglieder in Wadi Jaref (nahe Sirte) sind von den NATO/NTC Banditen vandalisiert worden.
Die NATO fordert von den Rebellen, die ihr Land verkauft haben, die Rechnung für den Krieg zu bezahlen. Sie beläuft sich auf 480 Mrd. US $.
Britische Spezialeinheiten machen Jagd auf Saif Al Islam.
Ein Rebellenkommandeur hat bestätigt, dass die ägyptische Moslem-Bruderschaft seit Beginn des Krieges 15 000 Kämpfer geschickt hat.
Bengasi – Aus dem Verteidigungsministerium der Rebellen in Bengasi verlautet, dass man die Kontrolle über die Truppen verloren habe, besonders nach der Flucht von Mahmoud Jibril nach Frankreich und Gerüchten über die Flucht eines weiteren NTC-Führers in die Türkei.


Touaregführer schwören, Libyen von der NATO und 
allen Kolonialisten zu befreien
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Hier ist eine rohe Transkription:

An alle unsere libyschen Stämme. Ihr habt große Verluste gehabt wegen dieser falschen Revolution, der Revolution der Söldner der NATO. Meine Bruder-Touraregstämme in Libyen und Afrika, ihr wähltet den verstorbenen Gaddafi als euren Führer und wir wissen, dass die Touareg, wenn einer ihrer Führer getötet wird, mobilisieren sie sich, um mit den Tätern abzurechnen.
Meine Brüder Touareg, ich muss euch sagen, dass euer Führer durch die Hände von Leuten gefallen ist, die weder Gott noch seine Profeten anerkennen und Gräueltaten begehen, wie die, wie sie von den Juden begangen werden. Da ihr den Missbrauch gesehen habt, der der Leiche eures Führers angetan wurde, ist es an der Zeit zu reagieren. Wir wissen, dass ihr gegen diese Söldner seid und eure Reaktion wird das Schicksal der Täter, der Söldner und Kolonisatoren besiegeln.
Omar Mukhtar, der Löwe der Wüste
Ja, meine Brüder Tourareg von Libyen, Algerien, West-Sahara, Mali und Niger, ihr habt immer euren Führer besucht und kennt seine Haltung gegenüber den Touareg; ihr habt ihn geehrt, indem ihr ihn zu eurem Führer machtet. Heute müssen wir das Trompetensignal geben und den harten Widerstand beginnen und die Erde unter ihre Füssen zum Brennen bringen. Euer Großvater Omar Mokhtar ist das richtige Vorbild für euch.

Nichts hat sich geändert im nach-revolutionären Ägypten oder aus dem Regen in die Traufe


Dieser Artikel von Journalisten für Menschenrechte  vom 25. Oktober 2011 ist scheinbar so objektiv und guten Willens geschrieben, doch ist es nicht sehr verwunderlich, dass die Rolle der Amerikaner mit keiner Silbe erwähnt wird? Eigentlich nicht, denn die Human Rights Watch ist eine Pseudo-NGO, die direkt an die US-Regierung gebunden ist. Ihre Aufgabe ist es, von den Machenschaften der USA abzulenken und das Augenmerk auf die Unfähigkeit, resp. Unreife der Araber zu lenken, demokratische Verhältnisse zu schaffen. Also blendet man die enge Beziehung von General Mohammed Hussein Tantawi, dem Chef des Obersten Militärrates, mit dem Pentagon und dem CIA aus und auch die Eile, mit der Washington Beziehungen zur Moslembruderschaft knüpfte. Lieber den Teufel und seine Großmutter als eine radikale Revolution. 
Und damit wäre wieder einmal - wie schon zu Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Engländer - der Versuch eines radikalen Umschwungs vereitelt und im Blut erstickt. Dazumal durch englische Truppen und diesmal durch ägyptische im Sold der Amerikaner. Und die Ägypter sitzen wieder bis zum Hals in dem Morast aus halbfeudalen Verhältnissen, bitterer Armut, fabelhaften Reichtums, Korruption, Vetterleswirtschaft und brutaler militärischer Unterdrückung.
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Im Januar dieses Jahres gingen tausende Ägypter auf die Straße in Kairo und kampierten 18 Tage lang auf dem Tahrirplatz. Sie verlangten den Sturz von Präsident Hosni Mubarak. Obwohl die Proteste friedlich begannen, kam es in den Straßen von Zusammenstößen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften. Laut einem Artikel der BBC vom Juli starben etwa 846 Menschen und 6000 wurden verletzt in jenen 18 Tagen.
Am 11. Februar trat Mubarak von seinem Posten zurück und beendete eine 30-jährige Herrschaft. Tausende haben danach ihren Erfolg gefeiert. Doch die vor ihnen liegende Straße war nicht ohne Probleme. Tatsächlich sagen manche Aktivisten 9 Monate später, dass sich nicht viel nach der Revolution in Ägeypten verändert habe.
Menschenrechtsverletzungen, schlechte Ausnutzung der Übergangsperiode, Spaltung der politischen Kräfte sind die Hauptkennzeichen der Politik in Ägypten nach der Revolution, sagen manche ägyptische Aktivisten.
„Die Armee hat die Übergangszeit schlecht genutzt und hat wertvolle Zeit verschwendet“, sagte Said Sadek, Professor für politische Soziologie an der amerikanischen Universität in Kairo, „die Armee will ihre Rechte und Interessen in dem künftigen Ägypten erhalten.“
Unmittelbar nach dem Sturz von Mubarak, am 11. Februar, erklärte der Oberste Rat der Streitkräfte (SCAF), dass er die Forderungen der Demonstranten übernommen habe und die Macht nach sechs Monaten an einen demokratisch gewählten Präsidenten übergeben würde.
Doch war der amtierende Rat unwillig, auf die Forderungen der Demonstranten einzugehen, so dass sich fast jeden Freitag die Demonstranten auf dem Tahrirplatz drängten, indem sie anfangs den SCAF an seine Versprechungen erinnerten, und am Ende forderten, dass er zurücktrete.

Am Sonntag den 9. Oktober rasten gepanzerte Fahrzeuge in eine Menschenmenge, meistens Kopten, die friedlich in der Nähe des Gebäudes des staatlichen Fernsehens demonstrierten. Mindestens 25 Leute, wurden laut Reuters getötet. Videos zeigten, wie die Fahrzeuge auf die Leute stießen und sie zerfetzten.
Dies war die schlimmste Gewalt nach dem Sturz von Mubarak und machte die koptischen Christen Ägyptens rasend. Damit wurden auch die Zweifel der Öffentlichkeit verstärkt, ob das Militär in der Lage sei, das Land friedlich zur Demokratie zu führen.
Laut einem Bericht von Human Rights Watch im September verurteilte der Militärrat bisher bis zu 12000 Zivilisten vor Militärgerichten. Die Urteile lagen zwischen Monaten und Jahren Gefängnis.
„Das alte Regime kontrolliert immer noch den Staat“, sagte Mahmoud Abdelreheem, politischer Aktivist und Freelancer-Journalist, „Der Militärrat setzt sich aus Männern Mubaraks zusmmen, die keine radikale Veränderung wünschen.“
Abdelreheem beklagte sich auch über die Pressefreiheit. „Die Medien befolgen die Doktrin des alten Regimes. Die offiziellen Medien werden von der Junta kontrolliert und private Medien sind im Besitz von Mubarak-Anhängern.“
Obwohl politische Kräfte seit dem Sturz von Mubarak aktiver geworden sind, sind sie doch sehr zersplittert, sagte Ashraf Rady, Aktivist und politischer Analytiker.
„Die Revolution hat nicht zu einer wesentlichen Veränderung der politischen Landschaft geführt“, sagte Rady. „Die politischen Kräfte sind immer noch in vier Hauptlager gespalten – die Nationalen, die Islamisten, die Sozialisten und die Liberalen Parteien.“
Rady sagte auch, dass die Moslembruderschaft scharfe Konflikte durchgemacht habe bei der Verfolgung einer zentralen Rolle in dem neuen politischen System. Sie wollten ihre politische Vorherrschaft sichern, aber ihre Gefolgschaft schmolz nach dem Auftauchen neuer Kräfte in dem politischen Lager der Moslems.
„Die Spaltung der politischen Lager, der Konflikt zwischen ihnen und ihr Streben, politischen Einfluss zu gewinnen, kann das politische Leben reichlich instabil machen.“ Rady Sadek verbreitete seine Kommentare als Emails Anfang Oktober, wie die anderen Aktivisten auch und er sagte, dass wenn die Armeegeneräle, Islamisten, Säkularisten und liberalen Kopten zu einem Einverständnis gelangten, „wird es Demokratie geben.“ Wenn nicht, „wird das Chaos noch eine Weile fortgehen, bevor eine Kraft die Macht an sich reissen wird“, fügte er hinzu.
Monate, nachdem die Welt sah, wie die Ägypter fröhlich ihre rot/schwarz/weißen Fahnen schwenkten, arbeiten sie immer noch daran, Demokratie und Stabilität in ihrem Land zu verwirklichen.
„Es ist sehr schwer, die Zukunft des politischen Lebens in Ägypten vorherzusagen, weil es an Transparenz mangelt“, sagte Abdelreheem, „nichts deutet auf eine wirkliche demokratische Veränderung hin, und die sozio-ökonomische Basis der Bevölkerung wird sich nicht so schnell verändern, was zu einer großen Enttäuschung führen wird.“

Sonntag, 30. Oktober 2011

Feindseligkeit wächst in Libyens zerstörter Stadt Sirte


Dieser Artikel von Rania El Gamal vom 27. Oktober 2011 für Reuters  ist interessant. Er zeigt, dass die Mainstream-Medien Teile der Wahrheit "frei" geben, indem die Stimmung in Sirte sicher wahrheitsgetreu widergegeben wird, obwohl der Artikel ansonsten höchstwahrscheinlich kräftig redigiert worden ist. So findet man darinnen nicht ein Sterbenswörtchen über die zig-tausende NATO-Bomben und die NATO-Spezialeinheiten und das Gerede von der Stammesspaltung der libyschen Gesellschaft wird direkt von einem Zitat eines Bewohners widerlegt, dass sie 42 Jahre unter Gaddafi friedlich und ohne Stammeszerwürfnisse gelebt haben. Und die heuchlerische Rede Jalils ist mit Sicherheit auch hineinredigiert worden. Aber es ist fraglich, ob sehr viele Leute diese Feinheiten   herausfinden werden, da uns die Gehirne so gründlich gewaschen wurden.
Sirte ist am Ende


Die Bewohner von Muammar Gaddafis Heimarort Sirte kämpfen, um mit der Zerstörung und der Erniedrigung ihrer Stadt zu Rande zu kommen, dem ehemaligen Fischerort, der einmal den Wunsch hatte, „Hauptstadt von Afrika“ zu werden.
Nachdem die Rebellen Teile von Libyen erobert hatten, suchte Gaddafi Zuflucht in der Stadt, die er als internationales Zentrum mit eigenem großen Konferenzzentrum gepflegt hatte. Während der acht-wöchigen Belagerung wurde der größte Teil Sirtes  bei den Kämpfen zwischen den Gaddafi-Getreuen und den Kämpfern der neuen Interimsregierung in Trümmer verwandelt.
„Eine solche Zerstörung haben wir niemals erwartet“, sagt ein Bewohner namens Abu Abdu -Rahman und deutet auf seinen zerschossenen Fernseher und die Möbel. „Und das nennen sie Revolution? Wir sind geflohen, statt zu kämpfen und dennoch haben sie unsere Häuser zerstört.“
Er fügte hinzu: „Sie haben uns wie Tiere behandelt, die nicht verdienen, geschützt zu werden.“
Viele in Sirte verabscheuen die Soldaten der neuen Führer Libyens, die sie verantwortlich machen für Gaddafis erniedrigende Gefangennahme und seinen Tod vergangene Woche und für die bewusste Zerstörung der Stadt, wie sie sagen.
„Wir haben mit Gaddafi 42 gelebt und er hat nie unsere Häuser mit seiner Armee angegriffen“, sagt ein anderer Bewohner in seinem beschädigten Haus. „Muammar lebte und starb wie ein Mann“, fügte er hinzu. Gaddafis Fahne wehte immer noch über seinem Haus.
Die scheußliche Zurschaustellung von Gaddafis Leiche in einer Kühltruhe in der Nachbarstadt Misrata hat viele Mitglieder seines Stammes und viele Sirte-Bewohner in Wut gebracht.
„Die Leute werden die Erniedrigung nicht vergessen, die ihm angetan wurde. Ich gehöre nicht zu seinem Stamm, aber ich sage Ihnen, ich werde nicht vergessen, was ihm geschah,“ sagte ein Bewohner, der seinen Namen nicht sagte.
Die Kämpfer von Misrata haben die Leichen von Gaddafi und seinem Sohn Mutassim, der auch in Sirte gefangen wurde, ausgeliefert, damit sie an einem geheimen Ort in der Wüste begraben werden.
Eine Woche, nachdem die Stadt an den TNC fiel, sieht Sirte immer noch wie eine Geisterstadt aus. Die meisten der 100 000 Bewohner waren vor den Kämpfen geflohen.
Am Donnerstag sah man einige Freiwillige die Trümmer und das Glas in den Straßen beseitigen, die von ausgebrannten Autos und zerstörten Häusern gesäumt sind. Andere halfen medizinischem Personal nach Toten zu suchen.
In manchen Vierteln zwang der Gestank von mit Fliegen bedeckten, verwesenden Leichen die Leute, Gasmasken zu tragen. Körperteile, die bis zur Unkenntlichkeit verbrannt waren, wurden in Plastiksäcke gepackt.
In ein paar Tagen wurden 300 Leichen gefunden und begraben, sagten Bewohner und Helfer. Andere beerdigten 25 Leichen am Mittwoch, 10 davon mit auf dem Rücken verbundenen Händen, die in einem Tümpel schwammen.


„HINRICHTUNG“

Die Human Rights Watch aus New York forderte den NTC auf, eine verdächtige Massenhinrichtung von 53 Gaddafi-Anhängern zu untersuchen, deren Leichen vergangene Woche in der Nähe eines aufgegebenen Hotels in einem Teil von Sirte gefunden wurden, der von Rebellen kontrolliert wurde.
Pro- und anti-Gaddafi Graffitis an den Mauern in Sirte zeigen die tiefe Spaltung von Libyens Stammesgesellschaft auf und das Risiko, dass diese Spannungen in einem Land überkochen können, in dem es Waffen zur Genüge gibt.
An mehreren Mauern war 'Misrata – die Stadt des Widerstands' mit 'Allah, Muammar, Libyen und das ist alles' übersprüht, der Vers eines Liedes, das von den Gaddafi-Anhängern während der 8-monatigen Revolte gesungen wurde.
Der NTC-Führer Mustafa Abdel Jalil hat am Sonntag in seiner Rede zur Feier von Libyens Befreiung von einer 42-jährigen Ein-Mann-Herrschaft von diesen Bedenken gesprochen und nationale Versöhnung und Respekt vor dem Gesetz gefordert.
„Ich fordere alle zu Verzeihung, Toleranz und Versöhnung auf. Wir müssen unsere Seelen von Hass und Neid befreien. Das ist notwendig für den Erfolg der Revolution und den Erfolg der Zukunft Libyens“, sagte er.
Aber die Stimmung in Sirte gilt der Rache.
Auf einem Trümmerhaufen sitzend sagt ein anderer Bewohner, der seinen Namen nicht sagen will: „Etwas brennt in mir“, und deutet auf seine Brust, „ich möchte meine Waffe nehmen und nach Misrata gehen.“
Die Bewohner glauben, dass der NTC bewusst exzessive Gewalt in den Kämpfen in Sirte mit den Gaddafi-Anhängern benutzte, um die Bewohner für ihre Unterstützung des früheren Führers zu bestrafen.
„Ja, Gaddafi ist tot, aber es ist wahr, was er sagte, dass sie Ratten sind. Wenn die Zerstörung so aussieht, dann sind sie Ratten“, rief ein anderer wütender Bewohner. „Sie sind Terroristen, keine Revolutionäre.“
Als wir durch die Ruine seines Hauses gehen, sagt der Bewohner Abdul-Halim: „Sirte ist am Ende. Es wird nie mehr sein, was es war.“

Samstag, 29. Oktober 2011

Ärzte und Schwestern fliehen aus Fukushima

Dieser Artikel von Rune Lanestrand vom 29. Oktober 2011 ist ursprünglich hier veröffentlicht worden. Im übrigen kann ich nur jedem empfehlen, sich einmal die Gesetze in Deutschland für den Katastrophenfall anzuschauen ( z. B. im Buch meines Freundes Holger Strohm 'Friedlich in die Katastrophe'). Wer dann immer noch Lust auf AKWs hat, ist ein Rindvieh.


Die japanische Krankenpflege hat mit großen Problemen zu kämpfen, da hunderte Ärzte und Schwestern kündigen und aus dem Fukushima-Distrikt wegziehen. Selbst in den angrenzenden Distrikten kündigen die Leute aus Angst vor der radioaktiven Strahlung aus dem zerstörten AKW in Fukushima. Es hat sich gezeigt, dass die Chefsärzte als erste kündigen und in sicherere Gebiete ziehen.

Man vertraut ganz einfach nicht den Behörden. Cäsium-Proben aus Erde, die nicht von den Behörden kontrolliert wurde, zeigen bedeutend höhere Werte an Radioaktivität als die offiziellen Zahlen angeben. Die japanische Behörde für Strahlenschutz sieht es, genau wie die schwedische, als ihre Hauptaufgabe an, die Risiken der Kernkraft zu verniedlichen und das Volk zu beruhigen.

Die Kündigungen haben zu großem Problemen in mehreren Krankenhäusern geführt, die gezwungen waren, ihre Unfallstationen nachts zu schließen und die Öffnungszeiten in vielen kleinen Pflegestationen zu verringern. Wenn die Personalflucht in der Krankenpflege anhält, wird der Staat wahrscheinlich das Gesetz anwenden, das die Leute zwingt, in radioaktiven Risiko-Gebieten zu arbeiten. Die Angst vor dem Zwangsgesetz fürht dazu, dass viele erwägen, das Land zu verlassen. Ein ähnliches Gesetz gibt es in Schweden auch.
Dieses Geseetz wurde in Japan von Anfang an nach der Katastrophe angewandt, um das Personal zu zwingen, bei der Arbeit im Reaktorgebäude zu bleiben, um zu versuchen, das Entweichen so weit wie möglich einzudämmen. In Fukuskima entweichen immer noch große Mengen von Radioaktivität. Das Gesetz, das Schweden zwingen kann, in einem zerstörten Reaktor zu arbeiten, kann auch schwedische Bürger zwingen, ähnliche Arbeiten in einem anderen Land durchzuführen, das von einer Reaktorkatastrophe betroffen wird.
Die Finnen, die u. a. mit Geldern von schwedischen Großunternehmen noch ein AKW auf der anderen Seite des Bottnischen Meerbusens bauen wollen, sollten zusammen mit den schwedischen atomstromliebenden schwedischen Politikern eine Studienreise nach Fukushima unternehmen. Dort können sie an Ort und Stelle feststellen, wie hilflos die Behörden und Unternehmen gegenüber der heimtückischen radioaktiven Strahlung sind.
Dort könnten sie auch feststellen, dass es eine Grenze gibt, wo man die Leute nicht mehr mit Geld kaufen kann. Obwohl die Fukushima-Kommune 450 Millionen Yen veranschlagt hat für Rekrutierungskampagnen und höhere Löhne gehen die Kündigungen des Personals weiter. Und das in dem Gebiet, wo der Bedarf an Pflege auf Grund der Strahlung am größten ist.
Ich möchte noch anmerken, dass über die Personalflucht in japanischen Krankenhäusern kaum ein Silbe in den schwedischen Medien zu finden ist.

Abscheu, Widerstand und wütende Worte an der Universität von Tripolis



von Franklin Lamb
am 26. Oktober 2011
Die Tripoli-Straße in Misrate vorher und nachher
Die Leute, die ich am meisten bei meiner Rückkehhr nach Libyen zu treffen hoffte, waren acht Studenten von der Fatah Universität (jetzt in Tripolis Universität umbenannt), die in den drei Monaten im Sommer meine Freunde wurden. Sie waren alle entschieden gegen das gewesen, was die NATO ihrem Land angetan hat (die NATO hatte auch einige der Vorlesungsräume der Universität während der Abschlussexamina zerbombt), und ich war sehr gespannt, mit ihnen nach dem Fall von Tripolis wenn möglich wieder zusammenzusitzen, nachdem sich alle zerstreut hatten wegen der Ungewissheit, was passieren würde, so dass wir den Kontakt verloren hatten.
Dank Ahmad, der auf mich wartete, waren wir schnell wieder vereinigt. Hier ein paar Ausschnitte und Eindrücke von der gestrigen Sitzung die ganze Nacht hindurch mit Ahmad, Amal, Hind, Suha, Mohammad und Rana:

„Ich kennen Sanad al-Ureibi“, sagte Ahmad mit Abscheu über den 22-jährigen, " der behauptet, er habe zwei Kugeln aus nächster Nähe auf Muammar Gaddafi am 22. Oktober abgefeuert."

Amal, Ahmads Verlobte unterbrach ihn: „Wir sind sehr wütend, aber eigentlich nicht überrascht von dem, was Sanad tat. Er ist ein blöder Kerl und ich bin sicher, dass ihm jemand ins Ohr geflüstert hat, dass er berühmt und reich werde, wenn er NATOs dreckigen Job machen würde, indem er Oberst Gaddafi töte. Die NATO hat mehr als 10 000 Bombenangriffe geflogen, „um Zivilisten zu schützen“, aber stattdessen Tausende von uns getötet. Natürlich will die NATO so viele unserer Führer wie möglich töten, um Jahre mit Prozessen zu vermeiden, die die vielen Verbrechen der NATO und gewisser westlicher Führer offenlegen würden.“

Ahmad: „Sanad sagte meinem Cousin am Tag nach seiner Ermordung von Gaddafi, dass ihm Schutz versprochen wurde, und dass der TNC ihn nicht verhaften werden, trotz ihrer Erklärung (nur für westliche Ohren), von einer geplanten „Untersuchung“, wie Muammar und Mutassim gestorben sind. Jeder in Libyen weiss, dass die Untersuchung der Ermordung des militärischen Rebellenführers Abdel Fattah Younes im Juli nirgendwohin geführt hat, weil die Islamisten, die den Younes-Mord begangen haben, Jalil sehr nahe stehen.“
Ahmad fuhr fort: „Wie viele seiner Freunde hat Sanad eine Weile mit den Rebellen gekämpft und manchmal hat er die Einheiten gewechselt, weil es Spaß machte, und jetzt plant er, eine Gang zu gründen, um reiche Libyer und Ausländer zu beschützen, weil immer mehr kommen, um zu helfen, wie sie behaupten, unser zerstörtes Land wiederaufzubauen und auch die Demokratie aufzubauen. Jetzt sind wir alle so erschöpft von dem sinnlosen Töten, dass ich nicht sicher bin, welche Art Demokratie wir haben werden oder wollen. Amerikanische Demokratie? Ist die so großartig? Manchmal scheint es, dass ihr mehr Probleme habt als wir. Zumindest haben wir freie Erziehung, freie Krankenversorgung und freies Wohnen und leben nicht auf der Straße ohne Jobs.“
Mohammad wirft ein: „Eine Israelisch-Amerikanische Gesellschaft hat Sanad und anderen jungen Leuten, die ihre Gewehre nicht abgeben wollen, einen Job angeboten, ehemalige Kämpfer anzuwerben, um ihnen eine Ausbildung als Polizisten zu geben. Es gibt ein paar Blackwater (XE) Leute hier, die auch versuchen, mit NATO-Agenten Geschäfte zu machen und private Polizeikräfte in Libyen aufzustellen. Jeder, der glaubt, die NATO würde uns in Frieden lassen, täuscht sich. Es kommen mehr jeden Tag.“

Hind, die sich seit dem Sommer in ihrer Opposition zu den „NATO-Teams“ nicht geändert hat, äußerte entschieden Ärger und Verurteilung gewisser pro-Rebellen-Scheichs, die erklärt haben, dass Gaddafi kein Moslem sei.
„Jeder weiss, dass er ein gläubiger Moslem war. In seinem letzten Willen heisst es. 'Ich schwöre, dass es keinen anderen Gott als Allah gibt und dass Mohammed sein Prophet ist, Friede sei mit ihm. Ich bete, dass ich als Moslem sterben werde.“
Hind fügte hinzu: „Sagt mir doch, wer diese TNC-Scheichs sind um zu sagen, wer Moslem ist und wer nicht. Im Islam ist es eine Sache zwischen uns und Allah, was niemanden sonst etwas angeht. Wenn diese Scheichs bessere Moslems gewesen wären, hätten sie sich dem widersetzt, was mit seiner und seines Sohnes Leiche in Sirte und Misrata gemacht wurde. Das ist haram. Ich bin wütend und angewidert.“

Suha beklagte sich über „die Auffassungen von dem NTC-Führer Mustafa Abdul-Jalil gegenüber Frauen, und dass er bereits angekündigt hat, das Ehegesetz abzuschaffen. Libysche Frauen haben das Recht verloren, das Haus zu behalten, wenn sie sich scheiden lassen. Das ist eine Katastrophe für die libyschen Frauen. Unter Gaddafis Führung hatten die Frauen mehr Rechte als in irgendeinem anderen Land im Nahen Osten.“

Ahmad erklärte: „Ich schäme mich dessen, was manche Moslems tun. Unsere Religion erlaubt nicht diese Verstümmelung und diese miese Show, die der TNC mit der Kühltruhe aufgezogen hat. Ich war in Misrata mit Freunden, um ihm die letzte Ehre zu erweisen und war erstaunt, wie viele andere es auch taten, wie unsere Gruppe und aus denselben Gründen. Als die Leiche ausgestellt wurde, kamen viele Neugierige und manche sagten Schimpfworte. Aber am nächsten Tag hatte sich die Atmosphäre völlig verändert. Die Leute kamen, um dem Oberst Gaddafi die Ehre zu erweisen für seinen Mut, für das zu sterben, was er glaubte, dass es das Beste für Libyen sei, und zwar Libyen frei von Kolonialismus zu halten. Ich glaube nicht, dass die Medien das korrekt widergeben. Unser Führer starb als Held wie Omar Muktar meiner Meinung nach, und das wird die Geschichte eines Tages beweisen.“

Amal, die Verlobte von Ahmad, unterbrach ihn wieder: „Wie Oberst Gaddafi in seinem Testament enthüllte, hat ihm die NATO mehrere Angebote gemacht, wenn er ihnen sein Land überließe. Die dämliche und kriminelle NATO haben unseren Führer endgültig zu einem großen Widerstandskämpfer gegen den Kolonialismus gemacht und zu einem Patrioten für Libyen, für ganz Afrika und für den Nahen Osten. Ich glaube, dass Oberst Gaddafi einen viel ehrenvolleren Tod starb als er den Führern der NATO beschieden sein wird. Er hat mehr Würde im Tod als Hillary Clinton, und ihre mangelnde Würde zeigte sich in ihren dummen Bemerkungen über seinen Tod.“
Dann sagte Ahmad: „Mir war schlecht, als ich ihn verließ. Seine Haut war beinahe schwarz und sein Körper zersetzte sich schnell und Flüssigkeit rann auf den Boden. Sie müssen ihn sofort seiner Familie übergeben und Allah um Verzeihung für ihre haram bitten. Einer der Wächter sagte mir, dass Oberst Gaddafi von einem NTC-Soldaten mit dem Gewehr sodomisiert wurde. Er zeigte das Bild auf seinem Handy, aber ich schaute weg.“

Suha sagte: „Wir haben auch das Hotel Mahari in Sirte besucht, wo wir mehr als 50 Leichen von Gaddafi-Kämpfern sahen. Manchen waren die Hände auf den Rücken gebunden mit Plastik -Handschellen; sie waren aus nächster Nähe erschossen worden. Andere hatte man aus den Krankenhausbetten gerissen und ermordet. Dieses Verbrechen ist nur ein weiteres Beispiel für die Lügen des NTC und der NATO. Die NATO-Streitkräfte befehligten und kontrollierten ihre Rebellen und wussten, was sie machten. Die NATO ist verantwortlich, dass so viel von unserem Land zerstört wurde und für das, was in den kommenden Tagen passieren wird.“

Ich hatte Ahmad erst im Juli getroffen, aber jetzt schien es mir Jahre zurückzuliegen. Wir saßen in einem Café im Freien am Grünen Platz (jetzt in Platz der Märtyrer umbenannt) und sprachen über die offensichtlichen Pläne der NATO mit Libyen. Seit dem 23. August und dem schnellen Kollaps des Widerstands in Tripolis, den Ahmad mitgeholfen hatte, in einigen Vierteln zu organisieren, war er auf der Flucht gewesen, als Freunde ihm sagten, dass die NTC-Todes-Schwadronen ihm auf der Spur seien, und auch das Hotel Radisson überwachten, wo er immer Journalisten und westliche Freunde traf. Ahmad macht für den Mangel an echter Verteidigung von Tripolis, die uns alle überrascht hatte, „unsere Inkompetenz und einige hochstehende Verräter verantwortlich, so dass die Pläne zur Verteidigung von Tripolis gegen die Rebellen der NATO nicht umgesetzt werden konnten."
Seif al-Islam

Seine ersten Worte nach unserer Umarmung waren: „Jetzt wird der wirkliche Widerstand beginnen! Das libysche Volk ist jetzt noch sicherer als im Sommer, dass der NTC unser Land an die NATO-Kolonialländer verkauft hat. Während die NATO versucht, Saif al-Islam zu fangen, ist Saif von vielen im Land zum neuen Führer des Widerstands in Libyen und Afrika ernannt worden. Ich persönlich werde ihn unterstützen und zu Allah beten, ihn zu beschützen. Pass auf, was der Gaddafi-Stamm und mein Waffala- Stamm zusammen in den kommenden Wochen tun werden – und was schon heute begonnen hat. Vielleicht kann man sagen, dass die NATO in gewisser Weise die erste Runde gewonnen hat. Aber wir werden sehen, was das libysche Volk in den vielen Runden, die kommen werden, leisten wird.“

Der Originalartikel liegt hier.

Freitag, 28. Oktober 2011

Uganda: Ein weiteres US-Militärabenteuer – Lob für die Folterer

Ich habe diesen Artikel von Nicholas Kramer (das Original vom 24. Oktober 2011 liegt hier) übersetzt, weil er zeigt, welch saubere Freunde da wieder einmal von dem Onkel Tom im Weißen Haus unterstützt werden. Allerdings sieht es bei Nicholas Kramer so aus, als gälte es nur die Beseitigung der Armee Gottes. Weit gefehlt. Es geht um viel handfestere Gründe als die Rettung schwarzer Menschen vor Mord und Totschlag. Spätestens seit 2009 weiss man, dass im Westen Ugandas die möglicherweise größten Erdölfelder Afrikas entdeckt wurden. Und deswegen gilt die Unterstützung für die ugandische Armee in erster Linie dem Schutz dieses Schatzes am Albertsee, weit weg vom Operationsgebiet der LRA, so dass diese,  wenn sie sich nur hinreichend fern hält, ruhig weiterhin schwarze Zivilisten abmurksen kann.
Uganda mit Albertsee im Westen
„Ich habe die Erlaubnis gegeben, eine kleine Zahl US-Soldaten in Kampfausrüstung in das zentrale Afrika zu schicken, um örtlichen Kräften Hilfe zu geben … Am 12. Oktober wurde das ursprüngliche Team von US-Personal in Kampfausrüstung nach Uganda geschickt. Im nächsten Monat werden weitere Truppen folgen … diese Truppen werden als Berater tätig sein, die das Ziel haben, um Joseph Kony und andere Führer der LRA [Widerstandsarmee Gottes] vom Schlachtfeld zu entfernen … Mit Zustimmung jeder in Frage kommenden Gastnation werden Teile dieser US-Truppen nach Uganda, Südsudan, Zentral Afrikanische Republik und die Demokratische Republik Kongo geschickt.“

Das hat Barack Obama gesagt, der gewählte Vertreter des amerikanischen Volkes und der Führer unseres Imperiums in einer kurzen Notiz an den Kongress. So begann noch ein unmoralisches Militärabenteuer in fremden Ländern zu einer Zeit, wo Amerika selbst in solch einem Ausmaß zerfällt, dass seine eigenen Bürger (endlich) begonnen haben mit der langfristigen Besetzung ihrer Städte.

Es gibt nicht den geringsten Zweifel, dass Gottes Widerstandsarmee eine brutale Geissel des afrikanischen Volkes war. Ihre Mitglieder hatten wirklich „gemordet, vergewaltigt und gekidnapt zehntausende von Männern, Frauen und Kindern im zentralen Afrika“, wie Obama erklärt hatte. Zum Beispiel hatte laut Human Rights Watch die LRA im Verlauf von nur vier Tagen 2009 brutal mindestens 321 Zivilisten getötet und mehr als 250 andere (wahrscheinlich zur Verwendung als Kindersoldaten, Sexsklaven und anderen schrecklichen Zwecken) entführt. Die meisten der Getöteten (einschlielich ein 3-jähriges Mädchen und ein 72-jähriger Mann) wurden zuerst gefesselt und dann mit Äxten, Macheten oder Knüppeln erschlagen und zerhackt.

Wir alle sollten für das Ende dieser Organisation hoffen und auf indivdueller Ebene alles nur Mögliche tun, um ihren Untergang zu beschleunigen.  Als Individuum könnte ich wählen, in das zentrale Afrika zu reisen und als lebender Schild zu agieren zwischen der LRA und ihren Opfern. Ich könnte meine Zeit und/oder  Geld einer NGO schenken, die für das Ende der Gewalt in der Region arbeitet durch Ausbildung der Leute und Demobilisierung der Kindersoldaten. Ich könnte mich an jeder Menge Aktionen beteiligen die sowohl moralisch als auch nützlich für die Menschen Ugandas und anderer betroffener Länder wären. Wenn wir nur den Regierungen trauen könnten, dass sie gute und moralische Entscheidungen träfen, die das widerspiegeln, was wir als Individuen tun würden.

Zum Unglück für uns alle, ist die US-Regierung nicht dafür bekannt, insbesondere, wenn es darum geht, autoritäre Regime zu stützen, Diktatoren mit Waffen zu versehen, die sie gegen das eigene Volk wenden, und solche Soldaten auszubilden, die noch effektiver und effizienter menschliche Wesen foltern oder auf andere Weise „kontrollieren“. Man sehe sich z. B. die „Hilfe“ für Afghanistan an, für Bahrein, Kolumbien, Indonesien, Israel, Ägypten, Irak, Jordanien, Pakistan, Peru, die Philippinen, Libanon, Oman, die Türkei und die Westbank/Gaza, die alle jeweils mehr als 100 Mill. $ nur zwischen 2002 und 2004 erhalten haben, und regelmäßig vom Außenministerium zitiert werden für Dinge wie ethnische/ Minderheiten-Unterdrückung, Kinderausbeutung, Unterdrückung von Frauen, Verletzung der Bürgerrechte, relgiöse Verfolgung und Übergriffe rechtlicher Art oder in Gefängnissen.

In seiner Erklärung zur Feier des Gesetzes zur Entwaffnung der LRA und der Wiederherstellung Nord-Ugandas von 2009, lobte Obama Uganda „wegen seiner Bemühungen, den nördlichen Teil des Landes zu stabilisieren“ gegen die LRA und erklärte, dass wir „regionale Regierungen unterstützt haben bei ihren Bemühungen, ihren Völkern Sicherheit zu bringen“. Das Volk von Uganda mag sich fragen, was für eine Art „Sicherheit“ ihnen ihre Regierung gebracht hat; etwa wenn ihre Frauen von Mitgliedern der Armee/Polizei massenvergewaltigt werden? Oder vielleicht, wenn staatliche Sicherheitskräfte die Genitalien ugandischer Männer verstümmeln durch Tritte, Stockschläge, mit Nadeln oder durch Anhängen von Gewichten an den Penis? Dies sind nur ein paar Beispiele für die „Bemühungen“ der ugandischen Regierung um – wie Human Rights Watch es in ihrem Bericht von 2004 'Staat der Qualen: Folter in Uganda' nennt - „staatlich sanktionierte Kampagne politischer Unterdrückung“ was „illegale und willkürliche Verhaftung und ausergerichtliche Hinrichtungen, Anwendung von Folter, damit die Opfer Verbindungen zu ehemaligen politischen Gegnern der Regierung oder zu gegenwärtigen Rebellengruppen gestehen.

Die Details der Gewalt und Folter kann man nur schwer lesen, aber es ist wichtig zu verstehen, welche Art von Aktivitäten genau unsere Regierung unterstützt in unserem Namen. Man versetze sich nur in die Lage von Derrick zum Beispiel – seine Geschichte stand auch in dem oben genannten Bericht. Eines Tages saß Derrick in einem Bus, der von fünf oder sechs Mitglieder der ugandischen Armee in Zivil gestopt wurde. Die Männer zerrten zwei Passagiere aus dem Bus, erschossen sie und fragten dann Derrick, ob er die kannte. Als er verneinte, begannen sie ihn zu schlagen, schoben ein Gewehr in seinen Mund und schleppten ihn dann zum Hauptquartier des ugandischen Geheimdienstes der Armee. Dort wurde er mit Elektroruten und einem Hammer geschlagen, erhielt tiefe Messerschnitte in den Rücken, wurde mit Nadeln in die Hoden gestochen und am Ende mit Strom gebrannt, bevor er das Bewusstsein verlor. Er erwachte unter den Stufen eines in der Nähe gelegenen Gebäudes. Seine Entführer konnten ihn nicht mehr gebrauchen.

Jetzt kann man sich realistischer in die Lage seiner Folterer und ihrer Arbeitgeber, der ugandischen Regierung versetzen, die von Obama gelobt wird. Genau – sie sind es, die wir mit unserer „Hilfe“ unterstützen – nicht Derrick und gewiss auch nicht das Volk von Uganda. Die Bedrohung der ugandischen Zivilisten durch die LRA zu beenden, ist ein edles Ziel (für wen und unter welcher Behörde ist eine andere Frage). Aber zu welchen moralischen Kosten „beraten“ amerikanische Soldaten das ugandische Militär? Wenn wir brutale Regierungen in fremden Ländern unterstützen – sei es durch Hilfe, Training oder Truppen vor Ort – gibt es wirkliche und dauerhafte Folgen für die Menschen, die dort leben.

Es gibt viele Gründe, die US-Einmischung in Uganda abzulehnen (das Risiko eines blowback, die Chance der Eskalation, die Förderung des imperialen Präsidenten, die finanziellen Kosten, die praktische Tatsache, dass wir nicht überall helfen können), aber das wichtigste Argument ist moralischer Art. 1967 nannte Martin Luther King korrekt die US- Regierung „den größten Lieferatnen von Gewalt in der heutigen Welt“. Er suchte nicht nur zu kritisieren, sondern vielmehr die moralische Heuchelei seiner Rufe nach Gewaltlosigkeit in der Bürgerrechtsbewegung einzugestehen, womit implizit die gewalttätigen Aktionen seiner eigenen Regierung unterstützt wurden. „Um dieser Jungen willen,“ fuhr er fort, „um dieser Regierung willen, um der Hunderttausende willen, die unter unserer Gewalt zittern, kann ich jetzt nicht schweigen.“ Um unser aller willen, können wir jetzt nicht schweigen. Es ist grundlegend unmoralisch, irgendeine Regierung zu bewaffnen, zu trainieren oder auf andere Weise zu „beraten“, die Folter betreibt und/oder andere Arten der Unterdrückung, egal wer unser gemeinsamer Feind sein mag. Als der immer noch herrschende größte Lieferant von Gewalt weltweit, wäre die einzig wichtigste Handlung der US-Regierung gegen diese Schrecken, es zu unterlassen, dazu beizutragen. Bitte schließen Sie sich meiner Forderung an, unmittelbar die US-Operationen des Militärs zu beenden und die Hilfe für die ugandische Regierung.

BELOHNUNG FüR BP - „Stufe Zwei“ der BP-Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko


Neue Bohrerlaubnisse bei 28 000 unbeaufsichtigten aufgelassenen Bohrlöchern

von Rady Ananda
vom 25. Oktober 2011


Tausende aufgelassene Bohrlöcher
Seit BPs katastrophaler Explosion der Deep Horizon Plattform im Golf von Mexiko im vergangenen Jahr hat die Obama-Verwaltung beinahe 300 neue Bohrerlaubnisse1 bewilligt und Pläne zum Stopfen von 3600 von 28 000 aufgelassenen Quellen, die eine schwere Bedrohung der schon stark geschädigten Meeres darstellen, umgangen. Zu jenen, die neue Erlaubnisse zur Bohrung im Golf erhielten, gehört auch BP, der Obama am Freitag erlaubte, im Golf nach Öl zu suchen und im Dezember an der Auktion neuer Pachtverträge teilzunehmen.
Dow Jones Bericht: „Der bevorstehende Verkauf neuer Pachtverträge, vorgesehen für den 14. Dezember in New Orleans, umfasst Verträge im Westen des Golfs von Mexiko. Es geht um 21 Millionen Acres [4 acres = 1 ha D. Ü.] in Wassertiefen bis zu 11 000 Fuß [ca. 600 m. D. Ü.]. Es wird die erste Auktion seit der Deepwater Horizon Katastrophe sein.“2

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Krise im Kongo: Aufdeckung der Wahrheit


Dieser Film erforscht die Rolle, die die Vereinigten Staaten, Ruanda und Uganda gespielt haben beim Losstoßen der größten humanitären Krise bei Anbruch des 21. Jahrhunderts. Der Film ist auf Englisch, aber die Bilder sprechen für sich.
WARNUNG!
FÜR HERZ-UND GEMÜTSKRANKE NICHT ZU EMPFEHLEN!

Zu denen ich auch gehöre. Ein Grund ist, dass ich den Krieg noch live erlebt habe. Deswegen wollte ich den Film auch nicht auflegen, aber ein guter Freund hat mich überredet es doch zu tun, und zwar mit den Worten: 
"Ich denke, Bilder und Filme  haben eine viel größere Wirkung als Worte. Deshalb wurden auch die Medien- (Bild-) berichte aus Libyen so sorgfältig zensiert.
Bilder wirken viel direkter, erlauben nicht Diztanzierung wie bei Worten, die eine Abstraktion sind. Mit so einem Film erreichst Du viel mehr Menschen, vor allem ihre Gefühle, als mit trockenen Nachrichten über ein fernes Land."


Hier ein Aufruf, die Fertigstellung des Films zu unterstützen: http://congojustice.org/take-action/
Das Datum für diese Petition, die von 100 000 Menschen unterschrieben wurde, ist leider abgelaufen. Aber der Text ist immer noch hier zugänglich: http://www.change.org/petitions/fully-implement-public-law-109-456

Lob für schwedische Korresponden über ihren Film 'Bitterer Kaffee aus Brasilien'


Ich danke Rune Lanestrand für diesen Hinweis auf unser liebstes Getränk - den Kaffee. Leider haben wir so gut wie keine Ahnung, wie die Menschen leiden müssen und sogar vergiftet werden, damit wir ihn auf den Tisch bekommen.


Die Kaffebäume brauchen viel Pflege
Wieder einmal haben die Korrespondenten einen guten Beitrag gebracht. 'Bitterer Kaffee' zeigt, wie gefährlich die Arbeiter auf den Kaffeeplantagen der Großbauern i Brasilien leben. Wo man gefährliche Pflanzengifte mit Flugzeugen versprüht, während die Arbeiter auf den Feldern sind.
Ehre den Kleinbauern Brasiliens, die keine Pflanzengifte anwenden wollen, sondern auf traditionelle Weise produzieren, damit wir in den Geschäften ökologischen Kaffee kaufen können.
Die Kaffeebohnen reifen unterschiedlich
Die großen Plantagen verwenden Endosulfan, ein Pflanzengift, das fast in der ganzen Welt verboten ist.. Es ist ein Gift gegen Pflanzenschädlinge, das Krebs, Wachstumsstörungen, Krampfanfälle, Diarrhöe und Atemnot verursachen kann.
Ich glaube nicht, dass jemand, der diesen Film gesehen hat, etwas anderes als ökologischen Kaffee künftighin kaufen kann. Denn man glaube nicht, dass Endosulfan nicht gefährlich in fertig geröstetem Kaffee ist.
Ökologischen Kaffee gibt es auch bei Fair Trade, der etwas teurer ist, wo aber der Gewinn an Kleinbauern-Kooperativen geht. Denkt daran, dass der etwas höhere Preis nicht nur gut für die eigene Gesundheit ist, sondern auch für die Kaffeearbeiter und für deren Milieu und dass deren Boden nicht vergiftet wird.
Ja, das war ein richtig interessantes Programm als Gegengewicht zu all dem Mist und der Gewalt, was im TV4 am schlimmsten ist. Erfreulich war auch, dass in Ruanda Hutus und Tutsis, trotz des Völkermordes, zusammenarbeiteten. Vielleicht gibt es trotz allem noch Hoffnung für die Menschheit.
Dank an die Korrespondenten im Svt 2, die zeigten, dass es erfahrene Journalisten gibt, die ihren Beruf ernst nehmen.
Wer den Film versäumt hat, kann ihn hier sehen.


aus dem Schwedischen von Einar Schlereth



Mittwoch, 26. Oktober 2011

Die Zerstörung Libyens und der Mord an Muammar Gaddafi


Auch wenn dieser Artikel von Ngigi Njoroge, Universitätslektor in Kenia, in gewisser Weise naiv ist und mit Fehlern behaftet ist, habe ich ihn übersetzt (mit ein paar Korrekturen), da er ja damit gerade das aufzeigt, was er angreift, nämlich die enorme Macht und damit Desinformation durch die westlichen Medien auf dem afrikanischen Kontinent. Und auch, wie verzweifelt und wütend sich viele Afrikaner angesichts dieser Situation fühlen. Das Original vom 23. Oktober liegt hier.


In bin sehr betroffen von der Art, wie sich die Dinge jetzt entwickelt haben und gestehe, das ich nicht in der Lage bin, objektiv zu sein.
Aber wir müssen ein paar wichtige Fakten im Auge behalten, wenn wir nicht durchdrehen wollen und auf die kriminelle europäische und amerikanische Aggression gegen uns eine entsprechende Antwort ausarbeiten wollen, und zwar die folgenden.
Muammar Gaddafi kommt aus aus einem arabischen Stamm aus Libyen. Er gehörte zu einer Kultrur, die vollständig verschieden von der amerikanischen oder europäischen Kultur ist. Deshalb ist er nicht – hat es niemals vorgegeben - ein Vertreter der westlichen Werte von der sogenannten „Demokratie“ und „Freiheit“ gewesen. Das hat ihn jedoch nicht daran gehindert, eine gute Kraft für sein Volk und für einige andere afrikanische Völker zu sein. Als er vor 42 Jahren die Macht in einem UNBLUTIGEN Staatsstreich übernahm – man beachte: er hat nicht sein eigenes Volk abgechlachtet, um die Regierung von König Idris zu stürzen (eine lethargische Regierung, die dem libyschen Volk erlaubte, in Armut und Unterentwicklung zu leben), ergriff er Maßnahmen sicherzustellen, dass Libyens Ölreichtum zum Wohle des libyschen Volkes verwendet wurde. In Jahrzehnten schuf er einen echten Wohlfahrtsstaat mit modernen medizinischen Einrichtungen, die allen Libyern zugänglich waren, mit einem vom Staat finanzierten Erziehungssystem, begann die Aufforstung großer Gebiete in Libyen und hob Libyens Status auf eine Wirtschaft mit mittleren Einkommen. Schwarzafrikaner drängten nach Libyen, um Arbeit zu suchen. Ein Kenianer, der in einem libyschen Unternehmen arbeitete, war, als die Europäer im März mit dem Ärger begannen, betrübt. Er erzählte von dem hohen Lebensstandard in Libyen und seinem angehmen Leben, wo man Benzin für 10 kenianische Schillinge den Liter kaufen konnte (= 10 US cents).
Gaddafi war nicht ein moderner Europäer oder Amerikaner, der arrogant und dumm glaubte, eine gute Regierung bestehe nur darin, regelmäßige Wahlen abzuhalten und Führer auf begrenzte Zeit zu wählen. Wie ein Kommentator aus Ghana dieser Tage sagte: Gaddafi glaubte, dass er diese 42 Jahre seiner Herrschaft der Wohlfahrt seines Volkes gewidmet habe. Es ist lächerlich, dass die Westler glauben, dass nur Regierungssysteme, die von ihnen selbst entwickelt wurden, angenommen werden müssten. Die Leute vergessen, dass es gute alternative Systeme gibt, die von anderen mit eigener Kraft entwickelt wurden.
Zum Beispiel haben die Agikuyu (das größte Volk Kenias) Demokratie praktiziert, bevor sie das Unglück hatten, von den weißen Räubern erobert zu werden; sie hatten einen 35-jährigen Zyklus, nach dem die Macht friedlich an die nächste Generation übergeben wurde.
Gaddafi stand den Befreiungsbewegungen in anderen Ländern Afrikas bei, vor allem in Südafrika. Er bewaffnete und finanzierte den African National Congress von Nelson Mandela, als die Westmächte mit den von Weißen beherrschtem Apartheid-Regime Geschäfte wie immer machten. Als Bill Clinton das gerade unabhängige Südafrika besuchte und Libyen unter Gaddafi kritisierte, wies Nelson Mandela ihn mit den folgenden Worten zurecht: „Wir können Ihnen nicht zustimmen, Leute zu kritisieren, die uns in unseren dunkelsten Stunden beigestanden haben.“
Es ist eine absolute Schande zu sehen, wie die Mainstream- Medien, einschließlich der kenianischen Medien, Klischees über „den Diktator Gaddafi“, den „Despoten Gaddafi“ und die „Tyrannei“, die die Leute unter Gaddafi erlitten, von sich geben. Kürzlich hat eine örtliche Zeitung einen geschmacklosen, sehr beleidigenden Cartoon von Gaddafi veröffentlicht. Dies alles ist der Ignoranz und der Gehirnwäsche der westlichen Medien-Dampfwalze zu verdanken. Man kann solche Leute mentale und geistige Sklaven nennen. Diesen Leuten entgeht ein Aspekt von Gaddafis Charakter und seinen Idealen. Gaddafi glaubte, dass die Araber Abkömmlinge der Schwarzafrikaner waren und lehrte seine Leute, dass sie den Schwarzen besonderen Respekt erweisen sollten. (Einer seiner Söhne, Hannibal, wurde nach einem berühmten schwarzfrikanischen General genannt, der Soldaten auf Elephanten benutzte, um die römische Armee um die Zeit von Christus bekämpfte; Hannibal diente dem Staat Karthago, der geograhisch in Libyen gelegen war.) [Hannibal starb schon 183 v. u. Z. und das Zentrum des karthagischen Reiches lag im heutigen Tunesien; es erstreckte sich aber im Osten bis etwa zum heutigen Sirte in Libyen und im Westen entlang der ganzen nordafrikanischen Küste, umfasste in etwa das heutige Andalusien und im Norden Korsika, Sardinien sowie Teile Siziliens. D.Ü.] Und Gaddafi setzte eine Politik durch, mit der Schwarzafrikaner in Libyen willkommen geheißen wurden, als Arbeiter, aber auch als Mitglieder der libyschen Armee. Außerdem setzte sich Gaddifi für die Idee der Afrikanischen Union mit den Arabern Nordafrikas und den Schwarzen der sub-Sahara-Länder ein. Es heisst, dass er kurz vor seinem Tod die Idee von einer afrikanischen Bank hatte, die mit der von Weißen dominierten Weltbank in Konkurrenz treten sollte. [Es war nicht nur eine Idee, sondern sie war schon in großen Teilen praktisch umgesetzt worden. D. Ü.]
Natürlich sind diese mentalen Sklaven nicht in der Lage, die enorme Schande, den Schrecken und die Irreführung der Kampagne des Westens gegen Gaddafi zu begreifen. Die Große Lüge ist, dass es einen Volksaufstand gegen Gaddafi gegeben habe. Es war eher eine bewaffnete Rebellion, die in Paris und anderen westlichen Hauptstädten ausgeheckt wurde und deren Erfolg durch die Verwendung modernster Waffen der Massenzerstörung aus den USA. Frankreich und England garantiert wurde. EINE SACHE IST KLAR: GADDAFI HATTE DIE MASSIVE UNTERSTÜTZUNG DES VOLKES UND DER ARMEE. Und er hätte die Rebellen vernichtet, wenn von den Amerikanern, Franzosen und Engländern nicht massive Raketen- und Luftwaffenbombardierungen durchgeführt worden wären. Er hat mehr als sechs Monate [fast 8 Monate. D. Ü.] ausgehalten, ein Mann, der ein Land mit nur 6.5 Millionen Menschen führte gegen eine Allianz von Ländern mit beinahe 500 Millionen Menschen. Meiner Meinung nach war Gaddafi eine Figur wie ein Löwe, der gegen schamlose Rüpel, denen jede Ehre abging, kämpfte: Barrack Obama, David Cameron und Nicholas Sarkozy. Diese Mörder gehen mit ihren brutalen und schändlichen Taten in die Geschichte ein.
Die Lektion für uns Afrikaner mit Selbstachtung? Wir können mehr Gräuel von diesen Leuten erwarten, die über eine enorme militärische Macht verfügen. Aber wir haben eine starke Waffe gegen sie: ein Bewusstsein von ihren Absichten schaffen, laut das Groteske und Untaugliche an der Behauptung anprangern, dass sie das Recht auf die Führung der Welt haben. Wir müssen sie beim rechten Namen nennen: Rüpel, gierige Diebe und Räuber der Ressourcen anderer Völker, Betrüger und große Lügenerzähler. Und natürlich kann ich sehen, wie sich der Rest der Welt zur gegenseitigen Selbstverteidigung zusammenschließt: Afrika, Indien, Brasilien und andere südamerikanische Länder, Russland und China. Die Tage dieser üblen Machthaber sind gezählt.


Ja, das musste ich sagen!

Dienstag, 25. Oktober 2011

Der vergessene Krieg in West-Papua – Gewalt gegen friedlichen Kongress


Über diesen Krieg in West-Papua habe ich seit 1969 im Zusammenhang mit meinen Büchern über Indonesien berichtet. Er wird mit genau derselben rohen Grausamkeit und Brutalität von der indonesischen Armee (bestens mit US-Waffen ausgerüstet) geführt, wie die damalige Besetzung von Ost-Timor. Dort bequemte sich die UNO, nachdem man jahrelang weggeschaut hatte, am Ende dazu, auf Indonesien Druck auszuüben und seine Armee zum Abzug zu zwingen. West Papua ist niemals in den Fokus der Medien gerückt, wofür die USA und ihre indonesischen Lakaien gesorgt haben. Denn dort liegen die größten Gold- und Kupferminen der Welt, die von US-Gesellschaften augebeutet werden. Daneben gibt es ungezählte andere wertvolle Ressourcen. Grund genug, den Deckel drauf zu halten, keine Meldungen nach draußen dringen zu lassen und möglichst keine Journalisten hineinzulassen. Wie Alex Rayfield es geschafft hat, weiss ich nicht. Jedenfalls bin ich ihm dankbar. Das Original liegt hier.
Menschen strömen zum 3. West Papua Kongress


Das indonesische Militär und die Polizei begannen gestern gegen 14.37 zu schießen. Informationen sind noch nicht vollständig, aber mindestens eine Person wurde erschossen, viele sind verhaftet worden, hunderte sind in die Berge und Dschungel geflohen, von denen die Hauptstadt umgeben ist.

Ein Papua-Priester, der bei der Schießerei floh, hat New Matilda kontaktiert und berichtet, dass ein Armee-LKW ihn überholte und viele Papua-Teilnehmer geladen hatte, die am Dritten Papua Kongress teilgenommen hatten. Sie seien „blutüberströmt“ und „zerschlagen und angeschossen“.

Die Gewalt entstand beim Abschluss des Dritten Papua Kongresses, eine dreitägige Versammlung, die in Taboria oval in Abepura stattfand, auf der Papua-Führer die Unabhängigkeit von Indonesien erklärten.

Bis zu 20 000 Papuas hatten sich versammelt, tanzten und debattierten, wie sie ihre bürgerlichen und politischen Rechte erringen könnten. Drei Tage lang war die Atmosphäre sehr gespannt. Die Versammlung war von Armee-Truppentransportern umringt und Barracudas – ein Typ von bewaffnetem Jeep, den die paramilitärische Polizei bevorzugt. Maschinengewehre waren auf die Teilnehmer gerichtet und tausende Soldaten und Paras mit automatischen Waffen waren anwesend.
Die Papua-Aktivisten fürchteten, dass die Armee und Polizei die friedliche Versammlung gewaltsam auflösen würden. Aber die Papuas waren entschlossen, ihren Kongress durchzuführen.
Ein Aktivist sagte zu New Matilda: „Vielleicht werden wir sterben, aber der Kongress wird weitergehen.“ Und er ging weiter. Die verbotetene „Morgenstern“-Fahne wurde gehisst und die verbotene Nationalhymne wurde gesungen. Aber zur Essenszeit am 3. Tag (19. Oktober) erfuhren die Mitglieder des Organisationskomitees und Leute der Kirche, dass die Polizei und das Militär begannen, Gewalt anzuwenden, um die Versammlung aufzulösen.
Um 14.00 Uhr wurde der Kongress abgeschlossen. Forkorus Yanoisembut, Vorsitzender des einflussreichen Customary Papaun Council wurde zum Präsidenten gewählt und Edison Waromi zum Premierminister des „West Papua Bundesstaates“. Die Menge war begeistert. Ein älterer Stammesführer schickte folgende Botschaft via SMS an New Matilda: „Der Kongress ist erfolgreich gewesen! Keine Reaktion des Militärs. Gott sei Dank!“


Der Jubel kam zu früh.
Gleich nach Erhalt der Botschaft an New Matilda verlasen Yaboisembut und Waromi eine Unabhängigkeitserklärung. Daraufhin eröffneten Polizei und Militär das Feuer und stürmten die Bühne. Als Forkorus Yaboisembut verhaftet werden sollte, griffen seine Bodyguards ein, um ihn zu schützen. Ein Zeuge sagt, dass mindestens eine Person erschossen wurde. Laut einem SMS, das New Matilda von Yaboisembut erhielt, „wurden hunderte umzingelt, beschossen und dann verhaftet“.
Vor der Verhaftung sprach Yaboisembut mit einem Journalisten von Bintang Papua, einer örtlichen Jayapura Tageszeitung. Yaboisembut habe da gesagt, dass das Ziel des Kongresses gewesen sei, die grundlegenden Rechte der indigenen Papua-Bevölkerung zu diskutieren und nicht, die Republik von Indonesien zu zerstören.
Auch wenn wir die politischen Rechte diskutieren, respektieren wir die indonesische Regierung, weil es nicht unsere Absicht ist, [die Republik von Indonesien] zu zerstören. Dies ist eine Sache des Prinzips“, sagte er.
„Was wir tun, ist für die Rechte des indigenen Volkes von Papua zu kämpfen. Das schließt unser grundlegendes Recht als Nation ein.“
Yaboisembut weiss, wovon er spricht. Er hat kürzlich ein Buch über internationales Recht, Selbstbestimmung und das Recht auf Sezession geschrieben – ein Recht, das jüngstens von der internationalen Gemeinschaft im Südsudan und davor in Kosovo hochgehalten wurde.
Menschenrechtsaktivisten in West Papua haben bestätigt, dass außer Yaboisembut, Edison Waromi und seine Frau und ein Kind, Selfius Bobi (Vorsitzender des Organisationskomitees), Agus Krar, Abraham Kareni, Yudit Kambuaya und Jan Piet Mirino auch verhaftet wurden.
Zur Zeit dieser Niederschrift wurden die Verhafteten in der örtlichen Jayapura Polizeistation festgehalten. Eine andere Quelle sagt, dass Selfius Bobi seither nicht gesehen wurde. Leute von West Papua Media Alerts befürchten sehr, dass er gefoltert wird.
Estreme Gewalt wurde angewendet, um eine friedliche Versammlung aufzulösen.
Dies war das dritte Mal, dass die West-Papuas einen Kongress abgehalten haben. Der zweite fand im Jahr 2000 statt. Er gipfelte in der Wahl eines Papuan Presidium Council, der ein Jahr später, Ende 2001, zerbrach, als der Vorsitzende heys Hiyo Eluay von der Kopassus, den indonesischen Spezialeinheiten ermordet wurde.
Der erste Papua Kongress wurde am 1. Dezember 1961 gehalten, ein Tag, den die West Papuas als ihren Nationalfeiertag ansehen, und 18 Monate, bevor Indonesien am 1. Mai 1963 Papua Neu Guinea besetzte.
Gestern war es das zweite Mal, dass die Papuas die Unabhängigkeit von Indonesien erklärten. Das erste Mal war am 1. Juli 1976 durch Seth Rumkorem in Markas Viktoria, einer Guerillabasis an der Grenze zu Papua Neu Guinea.
Yaboisembuts Unabhängigkeitserklärung vor tausenden von Papuas und tausenden von schwer bewaffneten Polizisten ist eine klare Eskalation des Unabhängigkeitskampfes. Sie zeigt auch Yaboisembuts Überzeugung, dass der Kampf durch eine Erhebung der unbewaffneten Bürger durchgeführt werden müsse.

Nachtrag:
Zwei Tage später stand fest, dass sechs Menschen erschossen worden waren und immer noch 800 Delegierte festgehalten wurden.

Montag, 24. Oktober 2011

Die wirkliche WELT und der feige Lynchmord an Gaddafi

Mit der Welt meine ich also die wirkliche Welt der Milliarden Menschen dort draußen und nicht die virtuelle Traumwelt des absolut Bösen, die ein paar hundert Millionen Weiße und ihre Marionetten sich zusammengebastelt haben.
Ich werde eine kleine Auswahl aus Zeitungen aus Afrika, Libyen, Pakistan, Malaysia und Lateinamerika bringen, aber auch zwei Stimmen, eine Frau und einen Mann,  als Vertreter jener Weißen, die scham- und zornesrot dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilen.

Zuerst aus dem Artikel „Schockierende Brutalität“ aus dem Leitartikel der 'Pakistan Daily Times':
„Nichts charakterisiert den post-Gaddafi  Nationalen Übergangsrat (NTC) besser als die schockierend brutale Art, in der Oberst Muammar Gaddafi buchstäblich zu Tode geprügelt wurde nach seiner Gefangennahme am Donnerstag in Sirte. […]
Jedoch, wenn es eine Lektion gibt, die man aus seinem Schicksal lernen kann, dann die, dass Imperien ein sehr langes Gedächtnis haben und absolut skrupellos sind bei der Erreichung ihrer Ziele. Gaddafi fügt sich einer langen Liste von Opfern der räuberischen Habgier und der herrschenden imperialistischen Ambitionen des Westens an, die die Geschichte der modernen Welt übersäen. Ruhe in Frieden, Oberst.“  (Original)

The Zimbabwe Mail unter dem Titel „Der Gaddafi-Mord ist barbarisch“:
Prof. Jonathan Moyo, Professor für Politische Wissenschaften, sagte, dass die Art, in der der frühere Führer Muammar Gaddafi durch die Straßen geschleift, geschlagen und ausgezogen wurde, barbarisch und brutal war. Weiter sagte er: 'Dies ist ein trauriger und schwarzer Tag für Afrika. Es gibt kein Volk, das an Gott glaubt, das diesen Tag feiern kann. Dies ist ein brutaler Mord, der von England, USA und Frankreich dirigiert wurde.

Was beklagenswert ist, das ist, dass wir jetzt einige afrikanische Führer haben, deren Hände von Blut tropfen, dem Blut Gaddafis, insbesondere Südafrika, Gabon und Nigeria, die für die UN-Resolution 1973 stimmten.

Prof. Moyo zweifelte auch die Medienberichte an, nach denen Gaddafi von seinem eigenen Volk ermordet wurde, und sagte, dass der Schuss via Satelliten in Las Vegas ageschossen wurde, und nicht von einem Libyer.'


Der politische Kommentator und Medienguru Dr. Tafataona Mahoso sagte, dass der Tod von Gaddafi ein Trompetensignal für die Welt und insbesondere für die Entwicklungsländer sei, eine neue Weltorganisation zu gründen für Frieden und Sicherheit in der Welt und die Vereinten Nationen aufzulösen. Er sagte, die Vereinten Nationen hätten versagt, als fairer Friedensstifter zu wirken und haben stattdessen ihre Rolle in die eines Beförderers der Interessen der mächtigen Nationen verwandelt.“

In 'The Buenos Aires Herald' steht 'Castro klagt die NATO für Gaddafis Ermordung an':
„Castro klagte die NATO wegen ihrer Rolle beim Sturz von Gaddafi an und sagte: 'Die brutale militärische Allianz ist zu dem perfidesten Instrument der Unterdrückung geworden, das die Geschichte der Menschheit kennt.

'Die gekidnapte Leiche wie eine Kriegstrophäe auszustellen ist ein Benehmen, das die elementarsten Prinzipien moslemischer Gebräuche und anderer religiöser Auffassungen verletzt.“

Die einflussreiche afrikanische Webseite MYWEKU hat eine ganze Seite den „Hommagen und Reaktionen zum Tod Gaddafis“ gewidmet:
ulafrique aka l'Afrique sagt:

„Oberst Muammar Al-Gaddafi war tausend Mal menschlicher als die UNO, die NATO und alle Mitglieder der AU (Afrikanische Union), die gemeinsam sein Todesurteil unterschrieben: Anders als irgendein afrikanischer Führer und trotz ständiger Einmischung der Imperialisten gelang es dem Oberst, seine nationalen Angelegenheiten zu regeln und die Neo-Kolonialisten auf Abstand zu halten.
Der NATO-Tyrann war nicht wegen seines Regierungsstils hinter ihm her, sondern weil er ihnen zu  verstehen gegeben hatte, dass er in Afrika dafür eintrete, den Dollar und den Euro als Handelswährung abzuschaffen.
Wusstet ihr, dass Oberst Muammar Gaddafi überfallen und ermordet wurde, weil er das finanzielle Wohlergehen Afrikas im Sinne hatte?“

Takunya Ndebvu
sagte in Radio Holland (Hilversum):
„Dies ist wirklich ein trauriger Tag besonders für Libyen und Afrika und ALLE AFRIKANER im allgemeinen. Ein trauriger Tag, weil Bruder Führer verschieden ist, aber so, wie er wollte. Er hat gesagt, er werde nicht aus Libyen fliehen und werde bis zum Tode kämpfen und als Märtyrer sterben; und er starb in der Tat als Märtyrer.

Nur die Zeit kann zeigen, welche Auswirkungen all dies haben wird! Aber eine Sache ist sicher, dass AFRIKA und die AFRIKANER viel schwächer und ärmer ohne Gaddafi sein werden – die Säule der Vereinigten Staaten von Afrika (UsoA). Afrika wird bedauern, was es getan hat – den Imperialisten erlauben, Gaddafi zu ermorden.“

Indispensable 1
schreibt:
„Wie die afrikanischen Führer haben sich die afrikanischen Medien selbst in die Sklaven des Westens verwandelt. Es ist sehr enttäuschend festzustellen, dass die afrikanischen Medien die brutalen Morde an Schwarzen in Libyen ignoriert haben und Verständnis für die Kampagne des Westens um ökonomischer Gewinne  willen in Libyen haben.

Auf einer malaysischen Webseite schreibt ein gewisser Ewoon:

„Wenn es wirklich wahr ist, dass Muammar Gaddafi tot ist, dann soll hier gesagt werden, dass er ermordet wurde. Möge das Schwert der Gerechtigkeit die Herzen seiner Mörder herausreißen … und Allah Gaddafis Seele segnen.“

LibertyBaby schreibt:

„Ihr werdet wohl allmählich wissen, dass man den US-Medien, dem US- Außenministerium, der CIA, dem Pentagon und dem Präsidenten der USA nicht glauben kann.

Gaddafi war nicht der Bösewicht, als der er in der westlichen Propaganda dargestellt wurde.
Er war in Wirklichkeit ein Held. Gaddafis Gold-Dinar-Plan und Libyens Zentralbank hätten das Geldsystem verändert und ganz Afrika von dem privaten zentralen Bankensystem befreit. Letzlich hätte es vielleicht sogar die Gastnationen der NATO von diesen Parasiten befreit – den Privaten Zentralbanken-Vampiren.“

Man kann klar erkennen, dass den Afrikanern (nicht den Herrschenden) und sehr vielen Menschen in der 3. Welt die Bedeutung Gaddafis durchaus klar war. Nun noch zwei Stimmen aus Europa und den USA. Zuerst Felicity Arbuthnot, die sich seit vielen Jahren für die Freiheit Iraks und seines Volkes einsetzt und auch von Anfang an gegen die Angriffe auf Libyen gewesen ist. Aus ihrem Artikel 'Libyen: Machen die UNO und die NATO den multi-staatlichen Terrorismus zur Pflicht?' ein paar Zitate:

„Es gibt noch mehr Ähnlichkeiten zwischen Irak und Libyen. Zwei Führer, die Länder übernahmen, die vom Kolonialismus verwüstet waren, und die sie in blühende, im großen und ganzen gut entwickelte Länder verwandelten, mit qualitativ hochstehender Gesundheitsversorgung, Erziehung und Lebensstandard.
Bei gefährlichen Krisen kauern die US-Präsidenten und ihre Verwaltung in Bunkern, die tief unter Bergen versteckt sind; auch die britischen Premierminister und ihre Kabinette sind nicht dafür bekannt, sich mit Operationen an vorderster Front zu befassen. Das Tempo, mit dem die britischen und amerikanischen Botschafter und ihre Stäbe aus Libyen verschwanden beim ersten Anzeichen von Unruhen, war rührend – und national beschämend.
Sowohl Saddam und seine Söhne sagten, dass sie niemals ihr Land verlassen würden und dort sterben würden. Das taten sie. Oberst Gaddafi tat dasselbe. Saddam stand „Shock and Awe“ durch und Gaddafi 26000 NATO-Einsätze und über 9600 Kampfeinsätze in sieben Monaten; 86 Bombenangriffe auf Sirte an dem Tag, an dem er dort in der Nähe getötet wurde. Was immer ihre Fehler waren, ihr Mut war überwältigend.
Saddam verlor seine Söhne und Enkelkinder und sah niemals mehr seine überlebende Familie, bevor er starb. Gaddafi verlor drei Enkelkinder und drei Söhne und ein vierter starb mit ihm. Nachdem sie tot waren, höhnten die westlichen Medien, weil er sich ein paar Tage nicht auf Sendung gewesen war.

Am Sonntag, dem 23. Oktober 2011 werden die nicht-gewählten Aufständischen (Verzeihung, der Nationale Übergangsrat) Libyen als „befreit“ erklären.
Jener Tag ist der 100. Jahrestag eines italienischen Piloten, der von Libyen abhob, um türkische Truppen im türkisch-italienischen Krieg zu beobachten (1911). Und ironischerweise ist es auch der Jahrestag des ersten Zusammentretens der UN-Generalversammlung am 23. Oktober 1946, eine Körperschaft, die weit von ihren schönen erklärten Ansprüchen abgewichen ist.

Und nach der Britin Arbuthnot noch ein paar Worte des Amerikaners Rick Rozoff, den ich wegen seiner scharfsinnigen Analysen sehr hoch schätze, und zwar aus einem Interview mit ihm von der Webseite Stop NATO unter dem Titel: 'Libyen: Eine brutale, unnötige Schlächterei – die Neue Weltordnung in all ihrer durchsichtigen Barbarei', wo er zum Mord an Gaddafi dies sagt:

"Danach wurde er nach Misrata gebracht. Das ist ekelhaft, barbarisch und schlimmer als barbarisch, und das liegt auf einer langen Reihe von ähnlichen Verhöhnungen. Das trifft auf Slobodan Milosovic in Jugoslawien  zu und auf Saddam Hussein in Irak, mit jedem Führer eines Landes, der sich nicht völlig unterwirft. …. Jeder beliebige Führer, dessen Zeit nach Meinung der USA und der NATO  gekommen ist, kann sich auf den Tod gefasst machen. Hussein wurde gehängt, Gaddafi erschossen. Und Gaddafi wurde als Staatschef und sogar als Chef der Armee angesehen – er war es nur nominell, aber er wurde halt so angesehen – und deswegen die Bombardierung seiner privaten Residenz unter dem Vorwand, dass sie ein Kommando- und Kontrollzentrum sei, da die NATO ihn ja als Chef der libyschen Armee ansah, und als er am Donnerstag gefangen genommen wurde, stand er also unter der Genfer Konvention, aber er wurde erschossen und ermordet. Dies ist das neue Regime, das in Libyen installiert wird, und trotz all dem Gerede des Westens von der Herrschaft des Rechts und humanitären Anliegen und so weiter, ist es ein anschauliches Bild von deren wahren Absichten; wie der Tod von Slobodan Milosovic in einem wahren Verlies in Holland, weil ihm angemessene ärztliche Versorgung in Russland verweigert wurde und das groteske Erhängen von Saddam Hussein. Dies ist das Bild der Neuen Weltordnung, eine Weltordnung in all ihrer durchsichtigen Barbarei."

Zum Abschluss dieser deprimierenden Aussichten noch ein kleiner Lichtblick. Auf Mathaba kam heute die Meldung, dass Saif Al Islam Gaddafi am Samstag abend im  syrischen Fernsehen 'Al-Rai' gesagt habe:
„Wir werden unseren Widerstand fortsetzen. Ich bin in Libyen, ich bin am Leben und frei und beabsichtige, bis zum Ende zu gehen, um Rache zu üben.“
Sowohl RIA Novosti, eine russische Nachrichtenagentur, als auch andere Quellen sagen, dass Saif Gaddafi der Oberbefehl über die libyschen Streitkräfte übertragen worden sei, und dass ihm auch das Vertrauen aller Stammesführer ausgesprochen worden sei.

Solidarität mit dem Libyschen Volk

Erklärung des Deutschen Freidenker-Verbands
(21. Oktober 2011)


Der Lynchmord an Muammar Gaddafi, des Führers eines souveränen Staates, durch die NATO-Verantwortlichen, zeigt ebenso sowie die von ihnen am libyschen Volk begangenen völkerrechtlichen Verbrechen und die durch sie organisierte moralische Lähmung der westlichen Öffentlichkeit mit den Mitteln einer totalitäre Lügenpropaganda, dass wir in einer Zeit des fortschreitenden Verfalls errungen geglaubter zivilisatorischer Maßstäbe leben.

Großbritannien, Frankreich, die USA und die NATO wollten angeblich die Zivilbevölkerung schützen – ihre Bomben haben Krankenhäuser, Schulen, ganze Städte in Schutt und Asche gelegt. Über 60.000 Menschen hat der ‘Schutz‘ schon das Leben gekostet.

Für alle, die Mitgefühl und einen Sinn für Gerechtigkeit bewahrt haben, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, unzweideutig Partei für das libysche Volk und gegen die Aggressoren zu ergreifen – auch nach der Ermordung Gaddafis. Genau dies versuchen die Kriegstreiber und Mainstream-Medien zu verhindern.

Die NATO-Aggression dient dem Roll back des ‚arabischen Frühlings‘, der erneuten Versklavung Nordafrikas und Verhinderung afrikanischer Unabhängigkeit, insbesondere einer von Weltbank und IWF unabhängigen Afrikanischen Entwicklungsbank mit der Gold-Lyra als Leitwährung, die Dollar und Euro vom Öl-Geschäft abgekoppelt hätte. Von Libyens Öl sollen die Multis einen höheren, die Bevölkerung einen niedrigeren Anteil enthalten, die Goldreserven von mindestens 150 Milliarden Euro sind in der Wirtschaftskrise willkommen und ihre 200 Milliarden Euro Schulden wollen EU und USA an Libyen auch nicht zurückzahlen. Weitere Kriege wie gegen den Iran sind in Vorbereitung – die Einkreisung Russlands und Chinas geht weiter.

Der Deutsche Freidenker-Verband appelliert an alle rechtlich denkenden Menschen: Leistet Widerstand gegen die Zerstörung von Vernunft und Zivilisation. Es geht heute mehr denn je darum, die Geltung des Rechts der Völker, die demokratischen Grundrechte, die Mindeststandards öffentlicher Berichterstattung und die moralischen Werte des menschlichen Fortschritts zu verteidigen. Die daraus folgenden aktuellen Forderungen können nur lauten: Die Wahrheit über diesen verbrecherischen Krieg verbreiten - Solidarität mit dem Lybischen Volk! Die NATO-Kriegsverbrecher zur Rechenschaft ziehen - Aus der NATO austreten! Der Gehirnwäsche widerstehen! Aufklärung aktiv unterstützen – Mitglied bei den Freidenkern werden!

Link zum Original hier.
Der Freidenker-Verband hat außerdem einen Offenen Brief  an die Fraktionen des Deutschen Bundestags 
geschrieben : Aggression gegen Libyen beenden! Völkerrecht verteidigen!
Der kann hier gelesen und unterschrieben werden.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Neue Ökonomie - Fiktive Ökonomie mit Vandana Shiva (Video)


Vandana Shiva ist Philosophin, Umweltaktivistin und Öko-Feministin. Sie hat ca. 20 Bücher geschrieben und 500 Schriften in führenden wissenschaftlichen und technischen Zeitschriften. Sie hat an der Universität von Western Ontario, Kanada, Physik studiert und 1978 ihren Ph.D. gemacht.
Sie ist eine Leiterin und Mitglied im Vorstand des International Forum of Globalization und eine bekannte Persönlichkeit in der alternativen Globalisierungs-Bewegung. Sie hat sich stark gemacht für die Weisheit traditioneller Praktiken und bezieht sich auch auf die Veden. Sie ist Mitglied des wissenschaftlichen Komitees der Stiftung IDEAS, ein Think-tank der spanischen sozialistischen Partei.
1993 erhielt sie den Right Livelihood Award (alternativer Nobelpreis).
(Übersetzt aus Wikipedia von E. S.)
Frau Shiva sagt nicht nur kluge Sachen, sondern sie macht auch vernünftige Projekte. Sie hat aus dem Nichts in Dörfern Samenbanken aufgebaut und Produktionskooperativen gegründet. Hier habe einen Artikel übersetzt, wo sie klar und scharf für die Bauern Indiens Stellung bezieht.

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